1. Maifeier des SPD-Ortsvereins Linsengericht

Trotz kühler Temperaturen reges Treiben am Hufeisen

01 1.mai 2017

Stammgäste begegnen zahlreichen Ausflüglern

„Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, am 1. Mai aufs Hufeisen zu kommen“, meinte eine 82-Jährige in buntem Anorak aus der Lützel. Und auch Landrat Erich Pipa, der zum 11. Mal beim SPD-Fest am Hufeisen-Wegekreuz war, erkannte in den gut besetzten Tischreihen „viele bekannte Gesichter“. Die alljährliche Feier des SPD-Ortsvereins Linsengericht gehört für Viele zur liebgewonnenen Tradition am Tag der Arbeit. SPD-Ortsvereinsvorsitzender Hans Jürgen Wolfenstädter zog daher wie stets ein positives Resumee: „Das Besondere an unserem Fest ist einerseits die Verknüpfung von gemütlichem Beisammensein und politischen Inhalten und andererseits natürlich die Örtlichkeit mitten im Wald, wo aus allen Richtungen Mai-Ausflügler bei uns eine willkommene Rast einlegen.“

In diesem Jahr konnte der Ortsverein als weitere Gäste die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Müller, Landtagsabgeordneten Heinz Lotz sowie SPD-Kreistagsabgeordnete Erika Becker begrüßen. Linsengerichts Bürgermeister Albert ging mit zwei besonderen Utensilien – einer roten Schaufel und einem roten Besen – nach Hause. Denn er hatte kurz zuvor seinen 60 Geburtstag gefeiert und der Ortsverein gratulierte ihm herzlich mit dem Hinweis, jetzt habe er das Handwerkszeug, um die Gemeinde „weiterhin so sauber zu halten und gut zu führen wie in den vergangenen Jahren“.

02 1.mai 2017

Dem grauen Himmel zum Trotz bot sich den 1. Mai-Ausflüglern ein buntes Bild zwischen Grillhütte, Getränkestand und der legendären Gulaschkanone. Die IG Bergbau, Chemie und Energie, Ortsgruppe Gelnhausen Wächtersbach erfreute an ihrem Infostand besonders die Kleinen mit ihrer Popcorn-Maschine, und für die musikalische Begleitung sorgten das „Alphornecho Kasselgrund“ mit seinen beeindruckenden Alphörnern sowie das Ensemble „Mandoline-Draht-Kaputt“.

In seiner Ansprache an die Gäste spann Landrat Erich Pipa einen Bogen von der derzeitigen kritischen Situation in der EU bis zur sehr guten wirtschaftlichen Lage im Main-Kinzig-Kreis mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent. Die heimischen Betriebe profitierten zu 61,4 Prozent vom Export europa- und weltweit. Würde dieser einbrechen hätte dies spürbare Einbrüche im sozialen Bereich des Kreises mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Pipa richtete daher besonders an die Jugend den Appell: „Engagiert Euch für Europa.“

Nicht ohne Stolz ging Landrat Pipa auf die Erfolge der Kreispolitik der vergangenen Jahre ein, wie etwa die Realisierung des Kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes gegen den massiven Widerstand der Kassenärztlichen Vereinigung und die Eröffnung des Hospiz in Gelnhausen Anfang Mai. Er versicherte, den Privatisierungstendenzen bei Krankenhäusern auch in Zukunft standzuhalten. 40 Millionen werde der Kreis in die Hand nehmen, um die MKK-Kliniken sowie elf Altenheime fit für die Zukunft zu machen.

Sein ganz besonderes Augenmerk legt Pipa auf die Unterstützung des Mittelstands. Besonders im Westen des Landkreises sei es mittlerweile schwierig, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Daher habe der Kreis in Zusammenarbeit mit Investoren ein Extra-Programm zum Bau von 400 Wohnungen aufgelegt, die über Subvention des Kreises zu einem Quadratmeterpreis von sechs Euro vermietet werden. Dieses Programm richte sich an junge Familien ebenso wie an Senioren. Grundsätzlich nannte es Pipa „richtig“, dass die SPD mit der Gerechtigkeitsfrage in den Bundestagswahlkampf gehe, da die Schere zwischen Arm und Reich stetig auseinandertrifte.

Der scheidende Landrat dankte den vielen Wegbegleitern während seines 30-jährigen politischen Lebens für die gute Zusammenarbeit und versprach, zum 1. Mai 2018 als Privatmann wieder auf das Hufeisen zu kommen.

Bundestagsabgeordnete Bettina Müller zeigte sich schon ganz im Wahlkampfmodus. Auch sie nannte die Gerechtigkeitsfrage als zentrale Forderung der SPD. Sie gab einen ersten Einblick in das noch in Arbeit befindliche Wahlprogramm der Bundes-SPD, das u.a. die Verlängerung des Arbeitslosengeldes 1, die Einführung des Familiengelds zur Stärkung der Familien sowie die Fortführung der Tarifbindung zur Konsolidierung der Arbeitnehmerrechte beinhaltet.

Angesichts der „völlig unverhältnismäßigen“ Managergehälter forderte Müller: „Wir brauchen dringend ein Gesetz zur Begrenzung dieser Gehälter, die zum Teil 50 bis 100 Mal höher sind als die der Beschäftigten.“

Der einsetzende Regen um die Mittagszeit beendete das Maifest der SPD Linsengericht etwas früher als geplant. Dennoch zeigten sich die Aktiven sehr zufrieden. Hans Jürgen Wolfenstädter: „Es waren wieder ein paar schöne Stunden hier auf dem Hufeisen, und wir freuen uns schon auf die nächste Feier an diesem besonderen Ort.“

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Presseberichte:
2017 05 02 gnz
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